Empfohlene Silomaissorten für den Anbau 2015
Sortenversuche der ASTA Abteilung Pflanzenbau 2012-2014
Marc Weyland
Als überdurchschnittlich kann man die Silomaisernte 2014 bezeichnen, dies gilt sowohl für die Ertragsmenge als auch für die Qualität des Erntegutes
Obwohl es sehr lange nicht danach aussah, so fiel die Silomaisernte 2014 doch mehr als zufriedenstellend aus. Die Maisaussaat begann sehr früh, um den 20. April, unter idealen Voraussetzungen. Alsbald jedoch machte eine vorsommerliche Trockenheit dem Mais in seiner Jugendentwicklung schwer zu schaffen. Durch die ausgiebigen Niederschläge, die ab Juli einsetzten, vermochte die C4- Pflanze Mais, ihren Entwicklungsrückstand aber mehr als wett zu machen. Da zudem im September warmes und sonniges Wetter vorherrschte stand schlussendlich 2014 einer erfolgreichen Silomaisernte nichts mehr im Wege. Dies war ebenfalls in den Maissortenversuchen der ASTA der Fall. Letztere befanden sich 2014 in Kehlen, Nagem und Pletschterhof, sowie in Marnach und Crendal, was das Oesling anbelangt.

Wie aus nebenstehenden Darstellung und Tabelle hervorgeht, lagen die Silomaiserträge mit durchschnittlich 188,9 dt Trockenmasse (TM) /ha im letzten Kulturjahr in etwa 5% über dem mehrjährigen Durchschnitt. Auf dem Versuchsstandort Pletschterhof betrug der Versuchsdurchschnitt gar 205 dt TM/ha, wobei einzelne Sorten sogar bis 240 dt TM/ha Ertrag erzielten.
Erntegut von hoher Qualität
Sowohl die Bestäubung der weiblichen Blüte als auch die Kolbenabreife verliefen problemlos, so dass nicht nur die Siloreife mühelos erreicht werden konnte, sondern dank guter Kolbenfüllung und zügiger Abreife, hatte die geerntete Trockenmasse auch vorzügliche Qualitätseigenschaften aufzuweisen. Mit einer Energiedichte von durchschnittlich 988 VEM pro kg/TM und einem mittleren Stärkegehalt von 29,6%, sowie einem durchschnittlichem Kolbenanteil von 53,8%, befanden sich diese Qualitätsparameter 2014 deutlich über dem mehrjährigen Mittelwert. Auch die Trockensubstanzgehalte in der Ganzpflanze (31,6%) und im Kolben (52%) übertrafen 2014 die Werte voriger Jahre.
Langjährige Ergebnisse berücksichtigen
Das Leistungsvermögen einer Sorte lässt sich jedoch nicht aufgrund einjähriger Resultate beurteilen, sondern ausschließlich mittels mehrjähriger Versuchsergebnisse. Ertragssicherheit und Leistungsstabilität der, von der nationalen Sortenkommission, empfohlenen Maissorten für 2015, können deshalb anhand der dreijährigen Versuchsresultate, die in beigefügter Tabelle aufgeführt sind, objektiv bewertet werden. Diese Ergebnisse wurden in den letzten 3 Jahren auf den Versuchsfeldern der ASTA ermittelt, die sich auf mehreren Standorten über das gesamte Gutland verteilen. Somit wird gewährleistet, dass die geprüften und empfohlenen Maissorten den Standortansprüchen unserer Region Rechnung tragen.
Es sei auch noch in Erinnerung gerufen, dass man bei der Bewertung einer Sorte, nicht ausschließlich, das Ertragsvermögen berücksichtigen soll, sondern auch Wert auf eine gesicherte Abreife (Trockensubstanzgehalte in der Ganzpflanze und im Kolben) sowie diverse Qalitätsparameter (Energiedichte, Stärkegehalt, Kolbenanteil) legen muss. Auch im Oesling fiel die Silomaisernte 2014 deutlich besser aus in den Jahren zuvor. Versuchsergebnisse hierzu, von den Standorten Crendal und Hosingen, werden in der nächsten Nummer veröffentlicht.

Wer Einblick haben möchte über sämtliche Versuchsergebnisse aller geprüfter Sorten auf allen Standorten, der findet zusätzliche Informationen unter www. asta.etat.lu oder www.sortenversuche.lu.


