Maisanbau im Oesling

Versuchsresultate der ASTA -Abteilung Pflanzenbau- aus den Jahren 2012-2014

Die Standortverhältnisse im Oesling unterscheiden sich deutlich von denjenigen im Gutland. Dies gilt umso mehr für den Mais, der, als Pflanze subtropischen Ursprungs, während seiner Vege­tationsphase einen hohen Bedarf an Wärme und Sonneneinstrah­lung hat.

Was dazu führt, dass der Maisanbau im Oesling nicht jedes Jahr vom Erfolg gekrönt ist. Obwohl mittlerweile die Maisanbaufläche im Oesling mehr als 5.000 ha beträgt, so gilt das Ardenner Hochplateau, weiterhin als Grenzla­ge für den Anbau von Silomais.

Um sachlich bewerten zu können, ob der Maisanbau im Oesling agro­nomisch überhaupt gerechtfertigt ist, und falls ja, um heraus zu fin­den welche Maissorten sich für den Anbau in diesen Grenzlagen eige­nen werden deshalb alljährlich auch Maissortenversuche von der ASTA im Oesling durchgeführt. Diese Ver­suche, die sich in den letzten Jahren vor allem auf den Standorten Crendal und Marnach befanden, haben einzig und allein zum Zweck Versuchsresul­tate über Möglichkeiten und Grenzen der Maiskultur im Oesling zu erarbei­ten, die gegebenenfalls darüber hin­aus zur angemessen Maissortenwahl für Höhenlagen verwendet werden können. Keinesfalls aber können die Maissortenversuche der ASTA als Plädoyer angesehen werden den Maisanbau im Oesling über das stand­ortgerechte Maß auszudehnen.

Die unterschiedlichen Standortbe­dingen in Gutland und Oesling füh­ren nicht nur zu erheblichen Unter­schieden was die Ertragsresultate anbelangt, sondern vor allem auch was Verhalten, Entwicklung, Abreife und Abschneiden der verschiedenen Maissorten betrifft.

Nur mehrjährig geprüfte Sorten anbauen

Diesbezüglich geben die Versuchser­gebnisse der ASTA aus dem Oesling mehrjähriger geprüfter Sorten, die in untenstehenden Tabellen 1 und 2 auf­geführt sind interessante Aufschlüsse über Möglichkeiten und Grenzen der Maiskultur in den Ardenner Höhen­lagen.

Wie aus der Darstellung 1 hervorgeht, waren die Erträge 2014 im Oesling mit durchschnittlich 174,6 dt Troc­kenmasse/ha recht gut, und nur etwa 10% niedriger als vergleichsweise im Gutland. Des Weiteren fällt ebenfalls auf, dass die Mindestsiloreife von 28% ebenfalls erreicht werden konn­te, was beileibe nicht jedes Jahr der Fall ist. Aber auch andere Qualitäts­parameter wie Energiedichte (VEM), Trockensubstanzgehalte im Kolben, Kolbenanteil und Stärkegehalt fielen äußerst hoch aus. Es sei an dieser Stelle nur daran erinnert, dass die Stärkewerte, die letztjährig auf den gleichen Standorten ermittelt wur­den, im Mittel nur 16% betrugen.

2014 waren die Witterungsverhält­nisse äußerst günstig für den Maisan­bau, nicht nur im Gutland, sondern darüber hinaus auch im Oesling, dies geht klar aus Tabelle 1 hervor. Warmes und sonniges Wetter im April sowie im frühen Herbst ermög­lichten eine zeitige Aussaat und eine problemlose Abreife der Maisbestän­de und führten 2014 im Regelfall zu einer ausgezeichneten Maisernte auch im Oesling.

Allerdings betrachtet man die mehr­jährigen Resultate in Darstellung 2, so wird ersichtlich, dass die dreijährigen Resultate im Durchschnitt deutlich unter denjenigen von 2014 liegen. Ein klarer Beleg dafür, dass der Silomais im Oesling nicht alle Jahre mit guten und zufriedenstellenden Zahlen auf­warten kann und dass der Maisanbau in diesen Grenzlagen mit gewissen Risiken behaftet bleibt.

Es fällt des Weiteren beim Betrach­ten beider Tabellen auf, dass sich die besten Resultate mit sehr frühreifen Sorten (Reifezahl 180-190) erzielen lassen. Es steht deshalb bei der Sor­tenwahl im Oesling in erster Linie nicht das Ertragspotential im Vorder­grund, sondern die gesicherte Abrei­fe der Silomaissorten, die vor allem mittels des Trockensubstanzgehaltes in der ganzen Pflanze sowie auch im Kolben bewertet werden kann, sowie die Qualität des Erntegutes ( Kolben­anteil, VEM, Stärke, Verdaulichkeit etc..). Aus den von der ASTA ermit­telten Versuchsresultaten, jedenfalls lässt sich eindeutig der Schluss zie­hen, beim Maisanbau im Oesling, trotz eines geringeren Ertragspoten­tial, ausschließlich auf sehr frühreife Sorten (RZ 180-190) zu setzen, da letztere die besten Voraussetzun­gen zum Erreichen der Siloreife und Erzeugung einer Qualitätssilage gewährleisten. Keinesfalls sollte man jedoch Sorten anbauen, mit einer höheren Reifezahl als 210, dies hat sich auch in den vergangenen Jahren immer wieder bewahrheitet.

Trotz allem Züchtungsfortschritt, wird beim genauen Betrachten der Ver­suchsresultate der ASTA ersichtlich, dass dem Silomaisanbau im Oesling im Durchschnitt der Jahre einfach gewisse Grenzen gesetzt sind. Man darf deswegen, schon alleine aus rein agronomischer Sicht betrachtet, den Maisanbau im Oesling nicht übertrei­ben und über das standortgerechte Maß ausdehnen, ganz zu Schweigen von den negativen Konsequenzen auf die Umwelt, die hierdurch entstehen könnten. Deshalb sollte man ernst­haft prüfen, ob sich mit Feldfutter­bau oder Grünlandbewirtschaftung im Mittel der Jahre nicht bessere, und vor allem sicherere Erträge erzielen lassen als mit Mais.

Weitere Resultate und Informationen zum Thema Arten- und Sortenwahl beim Futterbau im Oesling, finden Sie natürlich auch auf der Homepage der Sortenkommission unter www.sortenversuche.lu sowie auf der ASTA-Homepage www.asta.etat.lu.

Zum Schluss sei auch noch darauf hingewiesen, dass die Agrarumwelt­programme die vom Ministerium für Landwirtschaft finanziell gefördert werden, eine Vielzahl von Möglichkei­ten ( Mulchsaaten, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Erosionsschutzstreifen, reduzierte Düngung, etc.) bieten, um den Maisanbau, egal ob im Oesling oder anderswo, vorausgesetzt natür­lich bei entsprechend fachgerechter Standortwahl (erosionsgefährdete Hanglagen sind zum Beispiel zu ver­meiden, etc..), umweltverträglich zu gestalten.

Tabelle 1: Maissortenversuchsresultate 2014 der ASTA aus dem Oesling (Standort Hosingen und Crendal):

Vergleichssorten: Coryphee, Kajuns, NK Bull
Analysen: ASTA Laboratorium Ettelbruck

Tabelle 2: Maissortenversuchsresultate 2012-2014 der ASTA aus dem Oesling (Standort Hosingen und Crendal):

Vergleichssorten: Coryphee, Kajuns, NK Bull
Analysen: ASTA Laboratorium Ettelbruck
* zweijährige Resultate

 

-Marc Weyland-