Berichterstatter-Wettbewerb von ALCOVIT:

Vergleich zwischen Ferkelaufzucht
und Schweinemast im Betrieb

Unter der Betreuung von Professor Roger Braun haben insgesamt 7 LTA-Schüler/innen zum Teil hochkarätige Projektberichte geschrieben, die von ALCOVIT & Bâtiself mit interessanten Preisen belohnt wurden und die in den ALCOVIT-Ausgaben veröffentlicht werden.

Eine unabhängige Jury, unter der Leitung von ASTA-Direktor Léon Wietor, hat die verschiedenen Berichte beurteilt und eingestuft. Den dritten Preis, ein wertvolles, unverwüstliches Schweizer Offiziersmesser mit insgesamt 16 verschiedenen Funktionen erhielt Kevin KOHL, Hostert für seinen Bericht: „Vergleich zwischen Ferkelaufzucht und Schweinemast im Betrieb“.

 

Kevin KOHL, Hostert

 

Schweinebestand:

•   Sauen: 400 und Nachzucht,

•   Ferkel: 1200 Plätze im Ferkelstall,

•   Mastschweine: 2900 Plätze.

Ausgangsdaten bei der Ferkelaufzucht:

Die Ferkel werden nach 28 Tagen von der Sau abgesetzt. Dann kommen sie in die Ferkelaufzuchtstall (auch noch Flat-Deck genannt) und  bleiben dort bis sie ein Gewicht von 25-30 kg erreicht haben.

Ausgangsdaten bei der Schweinemast:

In den Mastställen bleiben die Ferkel bis sie ein Lebendgewicht von 110-120 kg erreicht haben.

Vorteile Ferkelaufzucht:

•   Mehrere Gebäude

•   Gute Arbeitsaufteilung für einen Angestellten

Vorteile Schweinemast:

•   geschlossenes Betriebssystem,

•   kein Zwischenhandel,

•   niedriger Krankheitsdruck,

•   nicht so stark marktabhängig wie bei der Ferkelaufzucht,

•   arbeitssparend.

Nachteile Ferkelaufzucht:

•   marktabhängig,

•   umsatzverluste,

•   Zischenhandel,

•   Arbeitsaufwendig.

Nachteile Schweinemast:

•   höhere Investitionssummen,

•   mehrere Gebäude.

NB: nachstehende Berechnung stammt aus dem Jahre 2014 Ferkelaufzucht (Vollkostenrechnung).

Interpretation der Ferkellaufzucht:

Ich habe eine Vollkostenrechnung bevorzugt, da mir eine DB-Rechnung zu ungenau ist, weil die Festkosten nicht in der Rechnung enthalten sind. Diese Vollkostenrechnung bringt mir den Vergleich zwischen der Ferkelaufzucht und der Schweinemast.

Einige Angben in Kürze (2014):

•   der Mwst. Regelsatz leigt bei 15%,

•   die Arbeitsentlohnung wurde mit 17Ä je Stunde eingesetzt,

•   der Ferkelbasispreis liegt bei 50 Ä/ je Stunde ohne Mwst.,

•   das Gewicht des abgesetzten Ferkels liegt bei 30 kg,

•   die Nutzungsdauer liegt bei 3,5 Jahren pro Sau, was eine durchschniltliche Nutzungsdauer ist.

Mit dem Alter der Sau fällt auch ihre Produktivität. Eine Sau frisst zirka 12 dt. in einem Jahr und der Kraftfutterpreis (ein Mittelwert) liegt momentan bei 25.05 Ä/dt .

Das Ferkelaufzuchtfutter kostet 31.71 Ä/dt.

Die sonstigen Kosten je Sau betragen 238 Ä. Ein Stallplatz kostet 3.000 Ä neu.

Die AfA ist wie bei jedem Gebäude auf 20 Jahre angesetzt.

Der Arbeitsaufwand je Tier berträgt ungefähr 16 St. Gehen wir davon aus, dass wir 25 verkaufte Ferkel je Sau und Jahr haben, d.h. eine Leistung je Sau von 1.723 Ä,

Die variablen Kosten je Sau wurden mit 1.075 Ä und je Ferkel mit 43 Ä ermittelt;

dies ergibt dann einen DB von 648 Ä je Sau.

Das Arbeitseinkommen je Tier beträgt 378 Ä und macht je Stunde 23.6 Ä, wenn man dann noch den Lohnansatz abrechnet hat man ein kalkulatorisches Betriebszweigergebnis von 106 Ä und das entspricht einer Kaptitalverzinsung von 8,6%.

Zum Schluss kommt man dann zum Ergebnis, dass man Erzeugungskosten pro Ferkel von 62 Ä brutto hat und dies entspricht dann auch dem notwendigen Ferkelerlös. Die erforderliche Ferkelnotierung zur Vollkostendeckung (langfr.) beträgt 46 Ä und zur Deckung der variablen Kosten( kurzfr.) beträgt 26 Ä wohlverstanden bei 25 verkauften Ferkel je Sau je Jahr.

Interpretation der Schweinemast:

Hier haben die Schweine ein Schlachtgewicht von 100 kg, eine Ausschlachtung von 80 %, der Basispreis liegt momentan (2014) bei 1.70 Ä pro kg ohne Mwst. Der Ferkelpreis liegt bei 50 Ä auch ohne Mwst. Da die Schweine alle aus der eigenen Zucht kommen und somit kein Zwischenhandel besteht zwischen Ferkeln und Mastschweinen ist die Gewinnspanne dementsprechend höher.

Das Mastfutter kostet 24Ä/dt (Mittelwert), die Futterverwertung liegt bei 1: 3,2 und die tägliche Gewichtszunahme beträgt 760 g. Es gibt bei uns 7 Leertage je Umtrieb, da die Ställe gereingt werden müssen und so kommt man auf 2,77 Umtriebe/Platz. Dieses Resultat ist für den Betrieb zufriedenstellend, da bei weniger Umtrieben der Gewinn reduziert wird. Die
sonstigen Kosten je Mastschwein betragen 14.55 Ä. Die Neubaukosten pro Platz bertagen netto 375 Ä. Dies ergibt dann eine Gesamtinvestition von 450.000 Ä für den Maststall, die AfA ist auch auf 20 Jahre angesetzt.

Der Arbeitszeitbedarf je Platz beträgt 2 Std. Der Bruttoerlös beträgt bei Vermarktungkos-ten von 5 Ä; 187 Ä je Tier, der Nettoerlös 182 Ä. Dies ergibt eine Gesamtleistung von 182 Ä pro Tier.

Das Lebendgewicht eines Mastschweines beträgt 125 kg; dies ergibt einen Zuwachs von 95 kg, da die Ferkel effektiv 30 kg wiegen, wenn sie in die Mast eingeführt werden.

Der Futterverbrauch liegt bei 304 kg Kraftfutter.So ergeben sich Futterkosten von 76 Ä je Tier. Die Summe der variablen Kosten beträgt so 153 Ä.

Der DB beträgt 29 Ä je Tier und 79 Ä je Mastplatz. Das Arbeitseinkommen liegt bei 46,11 Ä je Platz und je Std. Die Arbeitsentlohung ist auf 17 Ä je Std angesetzt. Das kalkulatorische Betriebszweigergebnis je Platz beträgt 12,11 Ä und die Kaptitalverzinsung liegt bei 8.1% .

Die Erzeugungskosten je Mastschwein beim unterstellten Ferkelpreis betragen 183 Ä und so ergibt sich ein erforderlicher Basispreis je kg SG von 1,66 Ä (langfr.) und von 1,44 Ä (kurzfr.). Die Gesamterzeugungskosten beim kostendeckenden Ferkelpreis liegen bei 178 Ä und so benötigt man einen Basispreis je kg SG von 1,62 Ä.

Schlussfolgerung

Die Schweinemast verlangt hohe Investitionen. Langfristig gesehen ist sie jedoch rentabel. Der Basispreis pro kg SG ist 1,62 und der Verkaufspreis ist 1,70 Euro. Dadurch ist ein guter Gewinn zu erzielen.

Der Nachteil ist aber weiterhin der schwankende Preis in der Schweinezucht. Trotzdem hat der geschlossene Betrieb gegenüber dem Ferkelzüchter die Chance, dass er keinen Abnehmer für seine Ferkel braucht. Auch noch interessant an einem geschlossenen Betrieb ist, dass man Jungsauen zur Zucht aus dem eigenen Betrieb nehmen kann und der Betrieb sich somit eine gute Genetik aufbauen kann.

In Luxemburg gibt es immer weniger Schweinebetriebe und die wenigen, die noch vorhanden sind müssen wettbewerbsfähig sein, um noch eine Zukunft auf diesem doch schwierigen Markt zu haben.