Brüsseler Agrarmesse “AGRIBEX 2015"

Trotz der Krise in der Landwirtschaft ein Publikunserfolg!

Agribex, die Internationale Messe für Ackerbau, Viehzucht, Garten und Grünbereich, hat sich im Laufe der Jahre zu einer außerordentlichen Veranstaltung entwickelt, wo Bauern, Vertreter der Zulieferindustrie, Behörden, Forscher und das breite Publikum sich begegnen. Besondere Aufmerksamkeit hatten die Organisatoren der Zukunft der jungen Landwirte gewidmet. Es gilt, die landwirtschaftlichen Berufe für junge Leute attraktiv zu machen. Das war auf vielen Ständen festzustellen. Wegen der Terrorismus-Drohungen waren die Sicherheitsvorschriften dieses Jahr sehr streng. Größere Taschen und Rucksäcke wurden systematisch kontrolliert. Für Handtaschen gab es Stichproben. Am Spätnachmittag des dritten Ausstellungstages war die Stimmung gespannt, als plötzlich (wegen eines Kurzschlusses) der Strom ausfiel und die Besucher das Gebäude verlassen mussten.

Zahlreiche Viehwettbewerbe

Vom 8. bis zum 13. Dezember war das Heysel-Ausstellungsgelände der größte Bauernhof des Landes. Und für Fachleute und Liebhaber gab es die nationalen Tierzuchtwettbewerbe. Das diesbezügliche Programm war beeindruckend:

  9.   Dezember: die belgische Meisterschaft der BBB-Rasse,

10.   Dezember: die belgische Meisterschaft für Schweine,

11.   Dezember: die belgische Meisterschaft für Milchvieh und die European Holstein „Showmanship“

12.   Dezember: die belgische Meisterschaft der Blonde d’Aquitaine,

13.   Dezember: die Belgische Meisterschaft Zugpferde.

Viel Erfolg hatten die “Themen-Inseln”, wo ein interaktiver Austausch mit dem Publikum stattfand.  Vier Themen wurden fachmännig angeschnitten:

–   Sensorentechnologie und Einsatz von Dronen in der Landwirtschaft.

–   Der Beruf des landwirtschaftsmechanikers.

–   Emissionsvermindernde Techniken in der Viehzucht.

–   Ackerbau und Gartenbau im Stadtgebiet.

Hier konnten die Besucher ihre Kenntnisse auf den neuesten Stand bringen und darüber hinaus selbst Stellung beziehen.

Landwirtschaftliche Maschinen

Sehr imposant waren die landwirtschaftlichen Maschinen, wobei es weniger um die Neuerungen in der äußeren Erscheinung ging - nach dem Motto "größer, stärker, schneller", denn hier zeichnen sich seit einigen Jahren ökonomische Obergrenzen ab. Die Innovationen und technischen Weiterentwicklungen, zu der die Konstrukteure von den gesetzlichen Rahmenbestimmungen, der agrarischen Praxis und dem harten Wettbewerb ständig herausgefordert werden, zeigen sich vor allem im Innenleben und zwar in den Bereichen Elektronik, Sensorik und Software.

Was die Schlepper betrifft, so beherrschen zwei Firmen den belgischen Markt: New Holland und John Deere. Im Jahre 2014 sind in Belgien 2.389 Traktoren mit mehr als 50 PS verkauft worden. Das meist verkaufte Modell von New Holland hat 155 PS und einen Basispreis von 58.000 Ä ohne MWSt. Die deutsche Firma Deutz-Fahr holt langsam auf. Innerhalb von drei Jahren hat sie ihren Marktanteil verdoppelt.

Bereit zu investieren

Obschon die Lage zurzeit nicht gerade rosig ist, sind die Bauern bereit zu investieren. Das gilt auch für die Milchproduzenten. Im ersten Halbjahr 2015 sind in Belgien zum Beispiel 53 Melkroboter verkauft worden. Das sind fast so viele wie im ganzen Vorjahr.

Anlässlich der Agribex 2015 gab es auch einen Aufruf an die Sekundarschulen, den Landwirten dabei zu helfen, umweltfreundlicher zu produzieren. Ein diesbezüglicher Wettbewerb wurde gestartet vom Institut Royal Météorologique (IRM) aus, in Anwesenheit von Minister Paul Furlan, der Belgien auf der Klima-Konferenz in Paris vertreten hat.

Manfred PETERS

 

http://www.agribex.be/en/agribex-2015/impressions-2015