„Stalltag“ auf dem Betrieb Neser

Vielseitige Hofmaschinenvorführungen in Hamiville:

Die Firma Anc. Ets. Cloos & Kraus hat am 14.01.2016 die Großviehhalter aus Luxemburg und dem angrenzenden Ausland auf dem Betrieb von Michael Neser, Hamiville zu einem „Stalltag“, mit dem Focus auf Maschinen aus den Bereichen der Einstreu- und der Fütterungstechnik, eingeladen. Trotz extremen winterlichen Wetterbedingungen und starkem Schneefall fanden über 100 interessierte Besucher den Weg nach Hamiville, um sich vor Ort, während den praxisgerechten Maschinenvorführungen über die neuesten Trends aus dem Bereich der Stalltechnik zu informieren.

Zum Auftakt der Veranstaltung wurden die Liegeboxen des Boxenlaufstalles des Betriebes Neser mit einem Stroh-Kalk-Gemisch eingestreut. Für diesen Zweck war ein Einstreugerät der Fa. Quappen an einem gleichna-migen Hoflader des Typ Q 27 angebaut. Mit der ca. 1,2m3 fassenden Maschine wurden in kürzester Zeit ca. 4t Einstreumaterial in den Stall transportiert und direkt im Liegebereich verteilt. Im unmittelbaren Anschluss an das Einstreuen erfolgte die Demonstration der Liegeboxen-Pflegemaschine „Stallknecht“ aus dem Hause Kristen-Stalleinrichtungen. Der Stallknecht war ebenfalls an der Euroaufnahme eines Quappen Laders angebaut. Mit seinen umlaufenden Stahlkämmen, dem sogenannten Kratzer, eignet sich der Stallknecht ideal zum Auflockern und Einebnen von Liegeboxen, wobei des Einstreumaterial von der hinteren Boxenaufkantung in Richtung das Kopfraumes der jeweiligen Liegebox transportiert wird. Die hieraus resultierenden positiven Effekte bezüglich der Eutergesundheit und des Liegeverhaltens tragen in besonderer Weise zur Steigerung des Kuhkomforts bei. Den Demonstrationen und Erläuterungen im Stallbereich, folgten im Außenbereich Vorführungen rund um das Thema „Verteilen und Auflösen von Rundballensilage“. Zum Einsatz kamen hier zwei Maschinen des österreichischen Herstellers Göweil. Mit einem an einem Quappen Q 35 Lader angebauten RBS Rundballen-Schneider wurde ein Silageballen angehoben und in der Mitte mit Hilfe eines hydraulischen Messer in Form einer Schneidzange zerteilt. Die Besonderheit dieses Anbauwerkzeuges ist der Folienhalter, der mit seinen 8 Greifhaken während des Schneidvorganges das Netz zusammen mit der Folie greift und nach dem Öffnen der Schneidzange so lange fixiert, bis das Futter die Zange verlassen hat. Folglich muss der Fahrer nicht mehr absteigen um Folie und Netz vom Ballen zu trennen, was eine erhebliche Arbeitserleichterung darstellt. Bei der zweiten Maschine von Göweil handelte es sich um einen Rundballenauflöser des Typ RBA. Der hydraulische Antrieb und die unterschiedlichen Anbaumöglichen in der Front- bzw. in der Heckhydraulik des Schleppers als auch der mögliche Einsatz am Hof- bzw. Teleskoplader erlauben eine flexible Adaption an verschiedenste gebäudetechnische Anforderungen. Die Funktionsweise des RBA Rundballenauflösers überzeugte die Anwesenden durch ein gleichmäßiges Abrollen des Ballens und ein sauberes Ablegen des Futters seitlich der Maschine.

 

  

Als letzten Programmpunkt hatte das Team von Cloos & Kraus das Einstreuen eines Tretmiststalles vorbereitet. Den Anfang machte hier eine klassische Kombination aus Traktor und gezogener Einstreumaschine, wie man sie auf vielen Betrieben in Luxemburg vorfindet. So überraschte es auch nicht, dass die vom französischen Einstreumaschinenspezialist Jeulin zur Verfügung gestellte Maschine des Typ Helios ihre Aufgabe mit Bravour meisterte. Die geforderte Wurfweite von 14 m wurde von der hellblauen Helios nahezu spielend erreicht. Ein weiteres Konzept zum Einstreuen von größeren Strohbereichen wurde von der in Deutschland ansässigen Fa. Quappen vorgestellt. Präsentiert wurde ein Strohverteiler, der, wie auch das Einstreugerät für die Liegeboxen, per Euronorm Aufnahme an einem Quappen Hoflader angebaut war. Durch das schaufelartige Design erfolgte die Befüllung der Maschine mit Stroh bzw. das Aufnehmen eines Quaderballens entsprechend einfach und schnell. Der Auswurf des Einstreumaterials übernimmt ein großdimensioniertes Schaufelrad, dem ein rotierender Schneidring zum Auflösen des Strohballens vorgeschaltet ist. Dieser Schneidring, dessen Durchmesser größer als der des Schaufelrades ist, kann in seiner Drehrichtung vom Fahrersitz verändert werden. Durch Ankippen des Strohverteilers gelangt das Einstreumaterial in Richtung Schaufelrad. Angetrieben wird der Strohverteiler über ein doppelwirkendes Hydrauliksteuergerät, wobei mehrere maschinenseitige Funktionen per separatem Joystick vom Trägerfahrzeug aus bedient werden können. Schließlich konnte auch der Quappen Strohverteiler während einer kurzen Demonstration seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung bot sich den Besuchern die Möglichkeit, die gewonnen Eindrücke während den Vorführungen zu diskutieren und die noch offenen Fragen an die jeweiligen Repräsentanten der einzelnen Hersteller zu stellen.

Marco Hülpes