Futterleguminosen im Fokus:

Erfolgreicher 5. Futterleguminosentag in Ettelbrück (2)

Am Freitag, dem 26. Februar, fand in dem großen Festsaal der Ackerbauschule in Ettelbruck der 5. Leguminosentag statt. Nach interessanten Beiträgen von Dorothée Klöcker (CONVIS), Marc Weyland (ASTA) und Rudolf Leifert (IBLA), gab es nach der morgendlichen Kaffeepause weitere spannende Vorträge rund um das Thema Futterleguminosen von nationalen und internationalen Fachrednern.

Der Schnittzeitpunkt und die Aufbewahrungsmethode spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich der Futterqualität.

Auch Dr. Ralf Loges, wissenschaftlicher Koordinator des Forschungsschwerpunktes Ökologischer Landbau und extensive Landnutzungssysteme der Universität Kiel, ging auf die Futterqualität ein. In seinem Vortrag zum Thema „Kleegras als Alternative im Ackerfutterbau: Bedeutung der Wahl der Leguminosen- und Begleitgrasart sowie von Saatmischungsverhältnis, Düngung und Nutzung für Ertrag und Futterqualität“ betonte Dr. Loges die Wichtigkeit des Schnittzeitpunktes und der Aufbewahrungsmethode hinsichtlich der Futterqualität. Bei der Aufbewahrung verliert man durch das Silieren viel vom positiven Protein der Leguminosen, und wie bereits mehrfach angedeutet wurde, beeinflusst der Leguminosenanteil negatif die Silierfähigkeit. Eine schonende Heutrocknung hingegen konserviert den Proteingehalt und hält die gute Futterqualität. Hier ist jedoch zu beachten, dass Leguminosengemenge länger brauchen um zu trocknen und somit auf eine längere Trockenperiode gesetzt werden muss. Während der Vegetationsperiode halten Leguminosen ihre Qualität länger als Gräser, welche durch den Beginn des Ährenschiebens drastisch an Qualität abnehmen. Demnach besteht beim Leguminosenanbau nicht dieser Druck für den richtigen Schnittzeitpunkt. Bei der Futterqualität der Leguminosen ist es auch wichtig darauf hinzuweisen, dass die Leguminosen wichtige Lieferanten von Mineralstoffen, hauptsächlich von Calcium und Magnesium sind. Auch hier besteht ein großes Einsparpotential vor allem bei Düngemitteln. Zudem können durch die Düngung von Leguminosen-Grasmischungen die Leguminosen im Bestand ausgerottet werden. Zusätzlich kann der Anteil der Leguminosen im Bestand durch die Bestandsführung beeinflusst werden. Die Luzerne, z.B. verträgt keine zu häufige Schnittnutzung (mehr als 3 Mal), während Weißklee besser im Bestand aufkommt bei einer 5-Schnittnutzung. Demnach muss die Bestandsführung an die Leguminosenart angepasst werden.

Zusatzdüngung im Dauergrünland mit Kleeanteil eher kontra-produktiv

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging Dr. Jürgen Schellberg, Hochschullehrer am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn, wo er die Professur „Agrar- und Produktionsökologie“ vertritt, auf die Bedeutung der Leguminosen für die N-Versorgung, die Futterqualität und den Ertrag im Dauergrünland ein. Der Unterschied zwischen Leguminosen im Dauergrünland und im Ackerfutterbau und Wechselweiden ist, dass im Dauergrünland keine wohldefinierten Pflanzengesellschaften mit einem wohldefinierten Leguminosenanteil auftreten, sondern es besteht eine enorme Diversität in der Zusammensetzung. Die Kleeart die am meisten in den Dauergrünlandbeständen zu finden ist, ist der Weißklee. Denn der Weißklee bildet auf dem Boden liegende Triebe (Stolone), welche beim Mähen oder Weiden nicht erfasst werden, und es somit dem Klee erlauben aus den Reserven der Stolonen  neue Blätter zu entwickeln. Es hat jedoch auch zur Folge, dass die geerntete Biomasse sehr strukturarm ist. Auch Dr. Schellberg betonte noch einmal das N-Düngereinsparungspotenzial durch die Förderung von Leguminosen im Dauergrünland. Als Faustregel gilt hier 4 kg N können pro % Ertragsanteil vom Weißklee im Bestand pro Jahr eingespart werden. Demnach erlauben die Leguminosen eine umweltschonende und kostenfreie Düngung.

Hinzu kommt, dass durch den Leguminosenanteil im Bestand den Bedarf an Kraftfutter reduziert wird, die Futterautarkie der Betriebe ansteigt und die Futteraufnahme erhöht wird. Dabei werden die N-Fixierungssys-teme auf die eigentliche Fläche des Betriebes zurück verlagert, ohne dass ein Risiko der Stickstoffauswaschung in diesen Dauergrünlandbeständen besteht. Zudem erklärte Dr. Schellberg noch einmal im Detail, warum eine Zusatzdüngung von Leguminosen die N2-Fixierungsleistung der Leguminosen negative beeinflusst und somit kontra-produktiv ist. Beim Management dieser Bestände sollte deshalb auf eine Zusatzdünung weitestgehend verzichtet werden. Des Weiteren fördert die intensive Beweidung, respektive das häufigere Mähen den Weißkleeanteil im Bestand, da die Gräser kurzgehalten werden und der Weißklee genug Licht bekommt, um sich verbreiten zu können.

Projekt LegoLux: Mangelnde Kenntnisse und Information Hauptgründe für den Nicht-Anbau von Körnerleguminosen

Beim letzten Vortrag des Tages wurde das Thema leicht geändert und der Fokus wurde auf den Körnerleguminosenanbau gelegt. Das Projekt LegoLux, welches sich mit der Anbauwürdigkeit von Körnerleguminosen als regionales Futtermittel im biologischen Anbau in Luxemburg beschäftigte und welches von Stéphanie Zimmer (Ing. Agr.) im Rahmen ihrer Doktorarbeitet durchgeführt wurde, wurde erfolgreich abgeschlossen und im Rahmen des 5. Leguminosen-Tag präsentiert. Frau Zimmer stellte kurz die einzelnen Teile des Projektes vor ehe sie den Fokus auf die, im Rahmen des Projektes durchgeführte, Umfrage zum Thema „Körnerleguminosenanbau als regionales Futtermittel in Luxemburg“ vorstellte. Der Rücklauf der Umfrage war mit 29% sehr hoch, so dass man von einem großen Interesse der Landwirte ausgehen kann. Ein Ergebnis der Umfrage war, dass Landwirte, die Körnerleguminosen anbauen, im Durchschnitt, mehr Elemente in ihrer Fruchtfolge haben sowie eine höhere Futterautarkie aufweisen als die Nicht-Anbauer. Allgemein fühlen sich die Landwirte nicht gut über diese Kulturen informiert mit rund 46% der Nicht-Anbauer, die sich schlecht bis sehr schlecht informiert fühlen. Die Körnerleguminosen anbauenden Landwirte fühlten sich dagegen besser informiert, aber auch hier fühlen sich immerhin immer noch 15 % schlecht informiert. Dementsprechend wurde auch als Hauptgrund für den Nicht-Anbau der Körnerleguminosen die mangelnde Kenntnis über den Anbau dieser Kultur genannt. Die Wirtschaftlichkeit, welche Frau Zimmer sich an erster Stelle erwartet hätte, wurde erst an 5. Stelle genannt. Auf die Frage hin, welche Anreize für den Anbau von Körnerleguminosen benötigt würden, wurde dann die verbesserte Wirtschaftlichkeit, gesicherter Absatz und Vermarktung dieser Kulturen an erster Stelle genannt. Die Landwirte, welche bereits Körnerleguminosen anbauen, gaben als Hauptgründe für den Anbau den positiven Einfluss auf die Bodenfruchtbarkeit, die Einsparung von N-Dünger, der hohe Vorfruchtwert und die Erweiterung der Fruchtfolge an. Dementsprechend würden auch 21% der Anbauer ohne Bedingungen auch weiterhin Körnerleguminosen anbauen. Demnach gilt es die Nicht-Anbauer von den positiven Effekten des Körnerleguminosenanbaus zu überzeugen, die Wirtschaftlichkeit dieser zu erhöhen und den Wissenstand über den Anbau dieser Kulturen zu verbessern. In diesem Zusammenhang hat das IBLA im Rahmen des Aktionsplans biologische Landwirtschaft des Landwirtschaftsministeriums 2016 einen Anbauratgeber („Körnerleguminosen für Luxemburger Äcker – Anbau von Erbse, Ackerbohne, Lupine und Sojabohne“) veröffentlicht.

Zum Abschluss dieses lehrhaften und interessanten Tages lud IBLA auf einen Ehrenwein ein, um das Ende des Projektes LegoLux zu feiern und sich bei allen Partnern und Sponsoren (www.ibla.lu) zu bedanken.               
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Evelyne Stoll, IBLA