Der Betrieb von Jean-Paul & Sarah Haas-van Gelder, Flaxweiler
Een Dag um Bauerenhaff organiséiert vum „Service Jeunesse“ vun der Bauernzentral:
Sarah Haas-van Gelder:
„Tiere tun dem Menschen gut und sind Balsam für die Seele.
Meine Leidenschaft wurde zum Beruf und mein Beruf zur Leidenschaft!“
Berufsausbildung: diplomierte Erzieherin (2000)
Zusatzausbildung: Hippo- und Agrarpädagogin.
Wie alles begann?
Schon als kleines Kind war ich eine Pferdenärrin und durfte dann mit 10 Jahren endlich eine Reitschule besuchen. Es blieb immer mein Hobby und ich hatte schon mit 12 Jahren die Pflege eines Ponys, welches einem Bauern im Dorf gehörte, übernommen. Es nannte sich „Blacky“ und ich habe sehr viele schöne Stunden im Wald mit ihm verbracht. Nachdem es an einer Darmverschlingung eingegangen ist, hörte ich eine Weile mit dem Reiten auf. Mit 19 Jahren lernte ich durch eine Zeitungsanzeige meine heutige gute Freundin kennen, welche damals im 2. Monat schwanger war und jemanden suchte der sich um ihr Pferd bekümmerte. Dieses Pferd hieß „Castel“ und 2001 bekam ich es von meiner Freundin geschenkt.
Dieser superliebe Traberwallach begleitet mich bis heute noch immer und ist mittlerweile 26 Jahre alt. Wir machen immer noch regelmäßig unsere Ausritte. Er stand im Stall von meiner Freundin. 1997 suchten wir einen Reitstall für dieses Pferd, da es zeitlich immer schwieriger wurde es täglich zu füttern und zu entmisten. Dank einer Anzeige traf ich meinen heutigen Ehemann, der damals neue Pferdeboxen zu vermieten hatte. Ich war seine erste „Kundin“. Wir lernten uns kennen und lieben und heirateten 2002. Drei Jahre später wurde unser Sohn Tim geboren und 2007 unsere Tochter Lily.
Während einem Praktikum 1998 in einem Behindertenheim, in welchem ich meine Erzieherausbildung machte, arbeitete ich für das Projekt „Taktile und vestibuläre Förderung an und auf dem Pferd“. Wir fuhren mit einigen Heimbewohnern zu meinem Pferd Castel und ich merkte wie gut dieser sanfte Vierbeiner den Menschen tat und wieviel Spaß ich dabei hatte. Mein Projekt kam so gut in der Institution an, dass sie mir nach Abschluss meines Studiums, eine Stelle anboten wovon ich anfangs 5 Stunden pro Woche mit den behinderten Bewohnern auf den Hof zu Castel fuhr.
Es wurden immer mehr Stunden und nach und nach kaufte ich mir noch andere Pferde dazu, welche ich zur Reittherapie ausbildete. Ich machte 2001-2002 in Belgien und Frankreich Weiterbildungskurse. Das Diplom „Hippopädagigin“ erhielt ich 2003 im Allgäu.
2006 kündigte ich im Heim und machte mich selbstständig. Mein Mann war anfangs skeptisch ob ich genug Anfragen bekäme. Seine Sorge war unbegründet und es dauerte nur einige Monate bis mein Terminkalender gefüllt war… und das ohne Werbung zu machen! 2009 gründete ich mit einigen anderen Reittherapeuten hier im Land die ALTAC (Association Luxembourgeoise de Therapie avec le Cheval) bei der ich auch heute noch die Präsidentin bin. Seit 2011 habe ich Verstärkung von meiner Kollegin Carole bekommen welche Sozialpädagogin und auch Hippopädagogin ist und 2x pro Woche ihre eigenen Kunden hier betreut.
2010 lud ich die Kindergartenklasse meines Sohnes auf den Hof ein und merkte wieviel Spaß dies machte und welchen Bedarf an Informationen über die Landwirtschaft bei den Kindern besteht. So reifte der Entschluss regelmäßig Kindergruppen auf den Hof zu holen. 2011 machte ich dann die Weiterbildung als Agrarpädagogin bei Frau Christine Hamester aus Hamburg, welche für mehrere Ausbildungskurse nach Luxemburg kam. Ich wurde Mitglied des Vereins der pädagogischen Bauernhöfe (APFAPL) und habe seit 2015 den Präsidentenposten von diesem Verein übernommen.
Es erschreckt mich immer wieder wie wenig die Kinder und sogar deren Lehrer (innen) über die Landwirtschaft wissen! So sind sich viele nicht bewusst, dass die Nahrungsmittel vom Bauernhof kommen! Mittlerweile kommen regelmäßig Gruppen auf den Hof denen ich die Tiere und die Landwirtschaft näherbringen kann. Das ist das Ziel der pädagogischen Bauernhöfe. Es wäre gut wenn es ein Pflichtprogramm in der Schule gäbe, das jedes Kind mindestens 1x während der Grundschulzeit einige Zeit auf einem Bauernhof verbringen muss!
Neben den Pferden und Kühen habe ich auch noch so etwas wie einen kleinen Streichelzoo mit 1 Minischwein, 2 Schafen, 2 Ziegen, 12 Hühnern, 6 Laufenten und einigen Kaninchen aufgebaut. Unser Hofhund Emmi holt die Kindergruppe immer beim Bus ab. Zu den „Visiten“ auf dem Bauernhof gehört neben Tiere füttern, entmisten und im Stroh toben auch das Ponyreiten dazu welches besonders viel Freude bereitet. Neben Schulklassen und Gruppen biete ich 1x im Monat (Samstags) Aktivitäten wie z.B. Ponyschnuppertag, Rundgang Bauernhof, Ostern im Stall usw. an. Die diesbezüglichen Termine stehen auf der Internetseite www.hippohaff.lu.


