Luc Emering: Erster Luxemburger Gewinner des "CeresAwards"
Heutzutage wird die Landwirtschaft immer wieder in eine dunkle Ecke gestellt und viele Medien drücken der modernen Nahrungsmittelproduktion einen negativen Stempel auf. Mit dem CeresAward, der jährlich während „Der Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin verliehen wird, soll einmal mehr unterstrichen werden, dass die heutige Landwirtschaft eine moderne, verantwortungsvolle und transparente Branche ist. Der Preis soll dazu beitragen, die Leistungen der Menschen die tagtäglich in der Produktion tätig sind, in der Öffentlichkeit wieder ins rechte Licht zu rücken und die Landwirtschaft positiver darzustellen.
In diesem Jahr gelang es Luc Emering aus Sprinkange in der Kategorie „Junglandwirt“ das Finale für sich entscheiden. Diese Premiere nutzte die ALCOVIT-Redaktion um mit dem Gewinner ein kurzes Interview über den Ablauf dieses Events und seine Erfahrungen zu führen.
Redaktion: Wie kam die Idee sich zu bewerben?
Luc Emering: Die Idee gab mir Laurent Frantz aus Roeser, der letztes Jahr als erster Luxemburger am CeresAward teilgenommen hat und damals ebenfalls das Finale erreichte. Da es sich um eine Preisverleihung im deutschsprachigen Raum handelt,ist die Organisation sehr erfreut, wenn sich Landwirte aus Österreich, Schweiz und Luxemburg bewerben. Die Veranstaltung hat mir dieses Jahr die Aufgabe erteilt, einen weiteren oder mehrere luxemburgische Bewerber für die nächste Auflage zu überzeugen sich anzumelden.
Redaktion:Welche Kriterien/Bedingungen müssen Bewerber erfüllen?
Luc Emering: Ein sehr wichtiges Kriterium ist, dass der Betrieb einen plausiblen und nachhaltigen Zukunftsplan hat. Es gilt nicht nur das Hier und Heute sondern vielmehr, wie der Unternhemer seinen Betrieb weiterhin aufstellen will und welche Ziele er hat. Hinzuzufügen ist, dass die Bewerber weder Inhaber noch Betriebsleiter sein müssen, es können sich auch z.b. Mitarbeiter bewerben. Jeder Bewerber muss eine ganze Reihe an Fragen beantworten, bei denen die persönliche Meinung zu mehreren Themenbereichen abgefragt wird. Den Fragebogen kann man mit einem Curriculum Vitae bei einem Bewerbungsgespräch vergleichen und soll sehr persönlich und gut argumentiert ausgefüllt sein.
Redaktion: Wie ist der Ablauf einer solchen Auswahl/Veranstaltung?
Luc Emering: Nachdem ich meine Bewerbung für mehrere Kategorien eingeschickt hatte, bekam ich einen schriftlichen Bescheid, dass die Jury, die sich aus einem Sponsorenrepresentant, einem Fachspezialist und einem AGRARHEUTE-Journalist zusammenstellt, mich in der Kategorie „Junglandwirt“ fürs Finale zurückbehalten hat. Im Finale stehen pro Kategorie 3 Bewerber, aus denen ein Gewinner hervorgeht.Die Jury begleitet die 3 Auserwählten dann einen Tag an ihrem Hof, wobei sie sich den Tagesablauf und die praktische Arbeit unter die Lupe nehmen. An diesem Tag werden viele Gespräche geführt und der Bewerber muss sich den kritischen und zum Teil kniffligen Fragen der Jury stellen. Um sich noch ein genaueres Bild über die Finalisten machen zu können, wird ein Film- und Fototeam an die Höfe geschickt, um gemeinsam mit den Finalteilnehmern eine kurze aber sehr informative Reportage zu erstellen. Dieser kleine Film ist ein sehr wichtiger Teil, da dieser in Berlin während der Ernennung der Gewinner gezeigt wird.Hinzufügen möchte ich noch, dass die gesamten Kosten wie zum Beispiel Flug und Unterkunft von AGRARHEUTE übernommen werden und versucht wird, den Teilnehmern einen möglichst reibungslosen Ablauf der gesamten Situation zu ermöglichen.
Redaktion: Welche Reaktionen kamen nach dem Gewinn auf dich zu?
Luc Emering: Natürlich habe ich mich beim CeresAward beworben mit der Hoffnung es ins Finale zu schaffen. Nach der Bekanntgabe, dass ich der Gewinner der Kategorie „Junglandwirt“ sei, waren es vor allem viele persönliche Glückwünsche von Freunden und Familie die mir sehr viel Freude bereiteten. Erst ein bisschen später ging es dann mit den verschiedenen Medien wie Radio und Fernseh weiter, die kurz über mich und meinen Betrieb berichteten. Mein primäres Ziel war aber nicht persönlich in Licht zu rücken, sondern viel mehr ging es mir darum die Landwirtschaft in Luxemburg mit einem positiven Bild in den Medien darzustellen.
Redaktion: Was sind deine Empfehlungen an zukünftige Bewerber?
Luc Emering: Die zukünftigen Bewerber sollen keine Angst haben und am Besten sich für mehrere Kategorien einschreiben. Auf jedem Betrieb gibt es Besonderheiten und jeder Leiter, Manager, Mitarbeiter hat in seiner Art und Weise eine Teilnahme am Wettbewerb verdient. Vor allem aber, ist es nicht zeitraubend und anstrengend. Durch die vielen neuen Kontakte und Erfahrungen sind es ganz klar die positiven Effekte die überwiegen. Ich kann nur jedem anraten sich zu bewerben, denn es gibt nichts zu verlieren.
Redaktion: Wie sehen die Zukunftspläne aus?
Luc Emering: Langfristig wird das primäre Ziel nicht sein, den Betrieb um ein viel Faches zu vergrößern, sondern Betriebsabläufe gezielt zu optimieren, wobei viel Wert auf „nachhaltiges“ wachsen gelegt wird. Unser betriebswirtschaftliche Ziel ist, in den nächsten 10 Jahren die Masthähnchen- und Nudelproduktion komplett vom Großhandel zu entkoppeln und alle am Hof „An Dudel“ produzierten Lebensmittel per Direktvermarktung zu verkaufen.
Die ALCOVIT-Redaktion beglückwünscht Luc Emering zum Gewinn des CeresAwards und wünscht dem Betrieb „An Dudel“ alles Gute beim Erreichen ihrer Ziele.



