Erfolgreich Umstellen auf Bio-Ackerbau
Eine Info-Veranstaltung von Bio-Lëtzebuerg und IBLA.
Das Interesse am Bio-Landbau bleibt auch in Luxemburg groß. Auch wenn diese Wirtschaftsweise nicht für jeden Betrieb das Richtige ist, so kann es durchaus lohnend sein doch ab und zu über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit den Ideen der biologischen Landwirtschaft auseinander zusetzen. Die Möglichkeit dazu bot Bio Lëtzebuerg und IBAL in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium vor kurzen mit einer Reihe von Veranstaltungen, die als Schnuppertage zum Biologischen Landbau nicht nur Bio-Landwirte anlockten.
In einer Informationsveranstaltung zum Bio-Ackerbau in der Aula des LTAE gab Claudine Schmit, zuständig für den biologischen Landbau bei der ASTA, Basis- Informationen über das Prozedere des Umstellens auf Bio Landbau. Sie konnte den Anwesenden auch erste Tipps für den richtigen Umstellungszeitpunkt geben. Im Ackerbau muss mindestens während 2 Jahren vor der Aussaat der ersten ökologisch anerkannten Kulturen die Fläche nach den ökologischen Richtlinien bewirtschaftet werden.
Dabei beginnt die Umstellungszeit auf biologischen Anbau mit dem Datum der Unterschrift unter den Kontrollvertrages mit einer zugelassen Kontrollstelle. Zugelassen sind in Luxemburg eine Reihe von belgischen und deutschen Kontrollstellen. Optimal für den Ackerbau ist eine Umstellung nach der Ernte und vor Aussaat der Winterungen. Für die Bio-Förderung muss eine Anmeldung vor dem 1. August bei der ASTA erfolgt sein und vor dem 1. November der Kontrollvertrag unterschrieben werden. Die Förderung ist in den drei Jahren der Umstellung erhöht, so dass den Kosten bzw. Ertragseinbußen der Umstellungszeit Rechnung getragen wird. Nachdem eine Fläche 2 Jahre nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet wurde, darf die aus der darauf folgenden Aussaat resultierende Ernte als Bio-Ware vermarktet werden.
Einblick in den praktischen Biologischen Ackerbau gab dann der Berater von Bioland Bayern, Ralf Mack. In seinem interessanten Vortrag ging er zunächst auf die Grundlagen biologischen Wirtschaftens ein. Besondere Wichtigkeit hat im Biolandbau dabei die Fruchtfolge. Auch wenn die je nach Standort und natürlichen Gegebenheiten variiert so hat sich doch über die Zeit im Biolandbau eine so genannte ewige Anbauregel heraus kristallisiert. Diese besagt, dass in einer biologischen Fruchtfolge mind. 20 % Kleegras, weniger als 20 % Körnerleguminosen, weniger als 60% Halmfrucht und keine Kultur einen Anteil von mehr als 40 % haben soll.
Mit ganz praktischen Tipps wie der Empfehlung Kompost wegen des weiten C/N-Verhältnisses nicht vor Getreide, sondern eher vor Leguminosen einzusetzen oder der Aufforderung doch mal auf einem begrenzten Areal eine Düngung mit Kieserit (Magnesium-, Schwefeldünger) zu versuchen konnte er so manchen der Zuhörer wertvolle Tipps vermitteln. Insgesamt kamen gerade die praktischen Tipps gut bei den Zuhörern gut an und machten Lust auf mehr.



