Bio-Lëtzebuerg asbl. feiert: Akademische Sitzung „30 Joer Bio-Lëtzebuerg“

Die Vereenegung fir Bio-Landwirtschaft Lëtzebuerg – Bio-Lëtzebuerg asbl blickt auf 30 Jahre Vereinsarbeit zurück.

 

1988 haben die ersten Biobauern Luxemburgs angefangen sich Strukturen zu geben. Zuerst wurde der Veräin fir bio-logesch-dynamesch Landwirtschaft (Demeter) gegründet und kurz darauf der Verein fir biologesche Landbau (bio LABEL). Parallel dazu wurden Biovermarktungsstrukturen aufgebaut, denn die Bioprodukte mussten auch zu den Kunden gelangen. Nach und nach wuchs die Zahl der Biobauern und damit auch die Ansprüche. So wurde von den Vereinen die Bioberatungsstelle aufgebaut, die speziell auf die Fragen aus der ökologischen Landwirtschaft eingehen konnte. Es wurde auch deutlich, dass Forschungsbedarf im Bereich Biolandwirtschaft bestand. So gründeten die Biobauern 2007 das „Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg asbl. –IBLA“, in welches die Biobe-ratung integriert wurde. Gleichzeitig entwickelte sich auch der Biohandelsbereich mit der Genossenschaft (BIOG), dem Großhandel (Biogros) und den Naturkostfachläden (Naturata). 2012 fusionierten die beiden Anbauvereine zu Bio-Lëtzebuerg und bündelten damit ihre Kräfte. Mittlerweile blicken die Biolandwirte auf eine breit aufgestellte Struktur mit klar verteilten Aufgaben. Dem Verein Bio-Lëtzebuerg obliegen die Themenfelder Entwicklung der Biolandwirtschaft, politische Vertretung der Biolandwirte, Fortbildung und Sensibilisierung allgemein und für Biobetriebe, insbesondere in der Umstellungsförderung, Schutz und Zertifizierung der Kollektivmarken Bio LËTZEBUERG und Demeter, internationale Beziehungen etc.

Erstes Highlight des Jahres war die Akademische Sitzung im April in Roodt/Syre, die mit über 170 Gästen gut besucht war. Publikumsmagnet war sicherlich der geladene Festredner Dr. Hans Herren aus der ­Schweiz. Der Insektologe und Träger des alternativen Nobelprei-ses setzt sich international für die agrarökologische Landbewirtschaftung in ihren länderspezifischen Facetten ein und schöpft aus einem langjährigen, praktischen Erfahrungsschatz. Weltweit beschäftigt man sich mit der Armuts- und Hungerbekämpfung, gleichzeitig zeigen uns die Auswirkungen unseres Handelns (Konsumverhalten) auf Klima, Biodiversität, Ressourcen etc., dass wir heute eine Änderung im System brauchen und nicht morgen.

Um Zukunftsszenarien entlang der Nachhaltigkeitsziele, für deren Umsetzung sich auch Luxemburg ver-
pflichtet hat, simulieren zu können, stellte Herr Herren das Simulations-system iSDG (Integrated model for Sustainable Development Goals strategies*) vor. Jedes Land kann mittels dieser Modelle zukünftige Szenarien simulieren. Denn „Weitermachen, wie bisher, ist keine Option“. Das Credo der Veranstaltung zu 30 Joer Bio-Lëtzebuerg lautete dementsprechend „Lëtz make Luxembourg organic - Now“ Ein warmer Appell an die anwesenden Bürgervertreter. Schließlich stehen im Herbst Landeswahlen an und im Jahr 2020 startet eine neue Runde der gemeinsamen Agrarpolitik in Europa, wo Luxemburg die Weichen für die Luxemburger Landwirtschaft neu stellen kann. Nachhaltig, wirklich nachhaltig, sollen die Systeme werden, u.a. in der Landwirtschaft. Da bietet die Bioland-wirtschaft viele passende Ansätze und verfügt über ein anerkanntes, unabhängiges Kontroll- und Zertifizierungssystem, das europaweit anerkannt ist. Beste Voraussetzung also to make Luxemburg organic!

 

* www.millennium-institute.org/isdg

Daniela Noesen,
Bio-Lëtzebuerg asbl