Buchstellentag 2019:

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft:

Was können wir tun?

 

Der Buchstellentag vom Service d’économie rurale findet am 25. November zum Thema Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft statt.

Kein anderer Produktionssektor ist von der Klimaveränderung derart stark betroffen wie die Landwirtschaft. Bisher konnte die Landwirtschaft immer wieder auf Umweltveränderungen reagieren. Aber in Zukunft werden Anpassungsstrategien in biologischen, pflanzenzüchterischen und anbau- sowie kulturtechnischen Maßnahmen kein alleiniger Garant mehr sein, um bisher erzielte pflanzenbauliche Erträge sicherzustellen.

Laut langfristigen Wetteraufzeichnungen ist die 30jährige Jahresdurchschnittstemperatur von 9,0 °C in den Jahren 1950 bis 1980 auf 9,6 °C im Auswertungszeitraum von 1980 bis 2010 gestiegen. Die höhere Durchschnittstemperatur hat eine Änderung der Vegetationsperiode zur Folge und kann zum Beispiel im Weinbau zu einer besseren Ausreifung der Sorten führen, oder erlaubt in der Landwirtschaft den Anbau von neuen Nutzpflanzen, wie z.B. Sojabohnen oder Sorghum. Die Temperaturveränderung führt aber auch zu einer Zunahme von Hitzetagen, was verstärkt zu Verdunstung und folglich einem Austrocknen der Böden führt.  Auch das Niederschlagsgefälle unterliegt einem Wandel. Eine stärkere Ausdehnung von den Dürre- und Regenperioden, sowie Starkniederschlagsereignisse häufen sich in den letzten Jahren.

Um den Landwirten zur Seite zu stehen, hat der Luxemburger Staat in wetterextremen Jahren Notlagenbeihilfen ausgezahlt und beteiligt sich jetzt mit einem Zuschuss von 65 % an Versicherungsprämien für Ertragsausfallversicherungen.

Mit Anpassungsstrategien, die Landwirte im Hinblick auf den Klimawandel durchführen können, beschäftigt sich der diesjährige Buchstellentag des SER. Neben der Vorstellung der Buchführungsergebnisse 2018 und einem Ausblick auf das wirtschaftliche Resultat des Jahres 2019, steht die diesjährige Veranstaltung im Zeichen des Klimawandels. Das Thema lautet: „Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft – Was können wir tun?“ Referent ist Dr. Hans-Martin Krause. Er ist promovierter Geoökologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich landwirtschaftliche Systeme, Stickstoffzyklus und Treibhausgasemissionen. In seinem Referat wird er aufzeigen, wie die landwirtschaftliche Bodennutzung die Bildung und den Abbau von Lachgas und Methan beeinflussen. Lösungsansätze sieht der Wissenschaftler in Diversifikation, einer verbesserten Nährstoffeffizienz , einer Verringerung der Schadstoffbelastung und der Treibhausgasemissionen sowie einer flächengebundenen Tierhaltung.

Der Buchstellentag findet am Montag, den 25. November 2019 um 14:00 Uhr im Kulturzentrum "Centre Turelbaach" in Mertzig statt.