Die On-Farm-Show in Erpeldingen 2018 war ein voller Erfolg

Am 20.April fand in Erpeldingen auf dem Dauergrünlandversuchsfeld, die erste diesjährige On-Farm-Show zum Thema „Gras- und Weidemanagement“ statt. Die Veranstaltung informierte die zahlreichen Besucher in vier Infoständen über verschiedene Themen.

 

Über die Versuchsergebnisse des Dauergrünlandversuches in Erpel-dingen informierten Jeff Boonen (LTA) und Claude Felten (LTA). Ausgewertet wurden verschiedene organische und mineralische Düngeva­rianten über einen Versuchszeitraum von 3 Jahren. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass Wirtschaftsdünger ein guter Volldünger ist. Die Güllefraktionierung bringt keine signifikanten Ertrags- und Quali- tätsvorteile. Negativ sind bei der Güllefraktionierung häufigere Überfahrten, die Bodenverdichtungen begünstigen. In Erpeldingen haben wir einen Grünlandboden der be-reits in der Nullvariante viel Stickstoff liefert. In den Versuchsergebnissen hat sich eine vollständige Güllegabe im März (170 kg N) oder eine niedrige Gabe mit 40 kg/N vor dem Sperrfristbeginn Mitte September und eine Gabe von 80 kg N zum 1. Schnitt und von 50 kg N zum 3. Schnitt als optimal erwiesen.

Desweitern wurden Persephone-Versuchsergebnisse vorgestellt. Auf dem Versuchsfeld sind mit den separierten Gärresten aus Biogasanlagen keine Mehrerträge gegenüber Rindergülle zu verzeichnen ge­wesen.

Um den Themenpunkt „Top-Grassilage“ ging es bei dem Workshop von Dorothee Klöcker (CONVIS) und Michel Santer (LTA). Als sinn­volle Hilfe zur Abschätzung des Erntetermins, hat sich in der Pra-xis die Grünlandtemperatursumme erwiesen. Die Schnittreife ist bei 530 °C gegeben und in der Praxis kann man den Zeitpunkt mit dem Abblühen des Löwenzahns zeitlich gleichsetzen. Es ist anzuraten, die erste darauffolgende Gutwetterperiode zu nutzen, um die Grassilage zu ernten und optimale Rohfasergehalte von 22 -27 % und Rohproteingehalte von 15 -20 % zu erzielen. 

Jeff Petry (CONVIS) und André Meier (LTA) informierten über die Zufütterung der Milchkühe beim Weidegang und stellten in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit einer hohen Weidegrasaufnahme dar.

Bei der Zufütterung ist auf einen hohen Maissilageanteil in der Stallration zu achten, damit die Versorgung mit Energie gesichert ist. Getreide sollte nur begrenzt eingesetzt werden, da die Kombination mit dem Zucker des Weidegrases ein hohes Pansenacidoserisiko darstellt. Außerdem muss die Eiweißergänzung an den Milchharnstoffgehalt (Zielbereich bei Weidegang: 200 – 300 mg/L) angepasst werden. Es ist wichtig in der Ration den Strukturanteil zu erhöhen und dabei auf eine ausreichende Zerkleinerung achten, um eine Selektion am Futtertrog zu vermeiden.

Damit hohe Weidefutteraufnahmen von 1 kg TS/h erreicht werden können, müssen die Kühe hungrig auf die Weide, die frische Futtervorlage am Trog sollte erst nach dem Weidegang erfolgen.

Unter der Leitung von Gérard Conter (LTA) und Gerber van Vliet (ASTA) wurde das Thema „Weide richtig messen“ mit einer praktischen Vorführung erläutert. Um die Grasmenge richtig zu messen, müssen pro Parzelle 30 -50 Messpunkte zufällig ausgewählt.

Es stehen verschiedene Messtechniken zur Verfügung, von denen einige im Folgenden vorgestellt werden:

*Zollstock: Mit dem Daumen gleitet man am Zollstock entlang bis zur Spitze des ersten Blattes und notiert den Messwert und errechnet den Durchschnitt. Vorteilig ist bei dieser Methode, dass es zu keiner Verdichtung des Pflanzenbestandes kommt.

*Plastikdeckel: Dafür schneidet man ein Loch von ca. 3cm Durchmesser in einen Plastikkübeldeckel und wirft den Deckel auf die zufällig ausgewählten Messpunkte. Die Grashöhe wird durch das Loch mit einem Zollstock gemessen, notiert und der Durchschnitt errechnet.

*Grasshopper/ Herbometer: Der verdichtete Pflanzenbestand wird unter einer genormten Messplatte gemessen und die Auswertung erfolgt je nach Messgerät direkt aufs Handy. Diese Vorgehensweise ist zwar mit mehr Kosten verbunden, erspart aber viel Zeit beim Messen und Auswerten.

Neben den Messtechniken wurde den Landwirten noch einmal der Grünlandticker vorgestellt und darauf hingewiesen, dass man sich auch unter www.grengland.lu für den wöchentlichen Grünland-Ticker einschreiben kann, der dann per Email verschickt wird.

Grünland-Team