Leguminosentag 2018

Was Körnerleguminosen für die Bodenfruchtbarkeit bedeuten

Am Freitag, den 2. März, hat das Institut für biologische Land­wirtschaft und Agrarkultur a.s.b.l. zum 7. jährlichen Legumino-sentag in den Festsaal des Lycée technique agricole eingeladen. Motto der Veranstaltung war dieses Jahr „Leguminosen und Boden­fruchtbarkeit“. Zahlreiche Interessenten fanden den Weg nach Ettelbrück und wollten sich die interessanten Themen von natio-nalen und internationalen Rednern auf der Tagesordnung nicht ent-gehen lassen.

Die rund 80 Teilnehmer wurden von Claude Felten, dem Präsidenten des IBLA´s begrüßt. In seiner Rede ging er dabei vorab schon einmal kurz auf die Bedeutung und die Wich­tigkeit von Körnerleguminosen und Leguminosen allgemein für land­wirtschaftliche Betriebe ein. Danach übernahm Evelyne Stoll die Modera­tion und führte die Hörer durch das Programm.

Stickstoff-Fixierung von Körnerleguminosen

Zur Eröffnung des 7. Leguminosen­tages stellte M.Sc. Gilles Altmann, Berater beim IBLA, seine Master­arbeit über die „N2-Fixierung von Winterkörnerleguminosen: Abhän­gigkeit von Bodengüte und Gemen­geanbau mit Triticale bei temporärer Direktsaat“ vor, die er im Rahmen seines Studiums in Nutzpflanzenwis­senschaften an der Universität Bonn am Institut für organischen Landbau durchgeführt hat. Er erläuterte, dass der Anbau von Körnerlegumino­sen als Winterform einen sicheren Anbau gewährt und besonders als Gemenge höhere Erträge und eine höhere Stickstoff-Fixierungsleistung erzielt werden können.

Resultate aus den nationalen Körnerleguminosen-Sortenversuchen

Im Anschluss präsentierte Dr. Stéphanie Zimmer, Direktorin beim IBLA, die Resultate aus den nationalen Körnerleguminosen-Sortenversuchen im biologischen Anbau 2017, welche auf 2 Standorten angelegt worden waren. Trotz eines schwierigen Anbaujahres konnten einige Sorten überzeugen. Bei den Erbsen zeigt sich LG Auris bis jetzt im Durchschnitt sehr gut. Die Sorten Astronaut und Alvesta erfreuen sich im Ausland großer Beliebtheit und erweisen sich auch in Luxemburg als konstant gut. Bei den Ackerbohnen erwies sich die Biozüchtung „Bioro“ als sehr gut. Einige Sorten wie Gloria und Fanfare scheinen mit den troc­kenen Jahren 2016 und 2017 gut zu Recht gekommen zu sein und besta­chen durch gute Proteinerträge.

Beurteilung des Bodenzustandes im Feld

Prof. Dr. Christoph Emmerling, Pro­fessor für Bodenkunde im Fach­bereich Raum- und Umweltwis­senschaften der Universität Trier, berichtete den Teilnehmern von der Beurteilung des Bodenzustandes im Feld. Zur besseren Beurteilung der Bodenqualität für deren Erhal­tung und Förderung wurde an der Universität der Trierer Bodenquali­tätstest entwickelt. Dieser ist beson­ders Praxisbezogen und ermöglicht es den Landwirten, den Boden selbst zu betrachten, zu prüfen, zu beurtei­len und schließlich zu bewerten. Als Bewirtschafter können die Landwirte nämlich in hohem Maß zur Quali­tät des Bodens beitragen. Anhand von 7 Indikatoren wird der Boden unter Anderem auf Erosionsschäden, Verdichtungen, biologische Aktivität und Gehalt an organischer Substanz untersucht und mit Punkten bewer­tet. Darauf aufbauend kann der Praktiker dann seine Art der Bewirt­schaftung nach den Bedürfnissen und dem Zustand des Bodens aus­richten. Das benötigte Material für den Test wird kompakt und leicht zu transportieren in einer Holzkiste verstaut. Die Erlöse gehen integral an Menschen mit Behinderung, die die Kästen in Handarbeit herstellen.

Projektvorstellung

LeguTec: Mechanische Beikrautregulierung im Sojaanbau in Luxemburg

Nach dem gemeinsamen Mittages­sen stellte M.Sc. Laura Leimbrock, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim IBLA, das Projekt LeguTec vor. Ein Gemeinschaftsprojekt vom IBLA, LTA, Geocoptix und Wolff-Weyland, finanziert vom Landwirtschaftsministerium und der Oeuvre Nationale de Secours Grand-Duchesse Charlotte.

Um das Ziel zu erreichen, die Eiweißautarkie in der Luxemburger Landwirtschaft zu fördern und sich vom Import von Soja aus Übersee und den damit verbundenen nega­tiven Auswirkungen auf die Umwelt abzukoppeln, soll auch hierzu­lande der Anbau von Soja erprobt und damit vorangetrieben werden. Großes Hemmnis beim Anbau von Soja bleibt die Unkrautregulierung, welche noch nicht ausreichend erprobt ist und die Landwirte vor große Herausforderungen stellt. Genau hier setzt die Forscherin mit ihrem Projekt LeguTec: mechanische Beikrautregulierung im Sojaanbau in Luxemburg an. In einem Feldversuch werden unterschiedliche Methoden der rein mechanischen Unkrautre­gulierung im Sojaanbau verglichenund auf ihren Erfolg untersucht. Ziel des Projektes ist es, die für den Biolandbau am besten geeig­nete Methode der mechanischen Beikrautregulierung ausfindig zu machen. Das Projekt soll auch für Kommunikation, Feldbegehungen und die Ausbildung von Schülern zum Thema Soja genutzt werden.

Leistungen von Futterleguminosen für den Boden und Erträge im Ackerbau

Zum Abschluss des Legumino­sentages berichtete Prof. Dr. Knut Schmidtke, Professor für Ökologi­schen Landbau an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dres­den, über die Leistungen von Fut­terleguminosen für den Boden und Erträge im Ackerbau. Brauchen wir Futterleguminosen in der Fruchtfol­ge? Wenn ja, zu welchen Anteilen? Das waren die Kernfragen, die es zu beantworten galt. Anhand von For­schungsergebnissen eigener Arbei­ten und aus Forschungsvorhaben von Berufskollegen erläuterte Herr Schmidtke, wie die Leistung der Fut­terleguminosen durch ein optimales Management von Anbau, Ernte und Bestandesführung optimiert wer­den können, um ein Maximum an Input für die Bodenfruchtbarkeit und den Betriebserfolg zu erzielen. Der Experte gab den Zuhörern mit auf den Weg, die Futterleguminosen möglichst im Herbst anzubauen und dabei auf eine gewissenhafte Boden­bearbeitung mit präziser Saatgut­ablage zu achten und die Bestände möglichst überjährig zu nutzen.

Insgesamt war der 7. Leguminosen­tag ein voller Erfolg mit spannen­den Vorträgen, einem  interessierten Fachpublikum und sehr angeregten Diskussionen.

 

Gilles Altmann Berater IBLA - www.ibla.lu