Traubenlese 2019

sehr wenig aber von hoher Qualität!

Der Startschuss für die Lese war dieses Jahr in der Woche vom 16. September und lag damit etwas früher als der Durchschnitt. Der Reifegrad der Trauben war optimal. Traditionell wurde mit der Rebsorte Rivaner begonnen. Vermehrte Regenfälle während der zweiten Lesewoche beschleunigten das Lesetempo dann beachtlich. Im Reifestadium sind die Trauben sehr anfällig für Fäulnis und mussten deshalb rasch geerntet werden. Darunter litt aber keinesfalls die Qualität, da ein optimaler Reifegrad ohnehin bei sämtlichen Sorten erreicht war. Viele Sonnenstunden und Wärme hatten die Trauben gut reifen lassen.

Doch das Weinjahr 2019 wird bei etlichen Winzern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Auch wenn die Qualität stimmte, so fiel die geerntete Menge katastrophal niedrig aus. Mehrere Wetterkapriolen waren hierfür verantwortlich. Ehe die Reben überhaupt richtig ausgetrieben waren, erwischte die Luxemburger Mosel ein verheerendes Spätfrostereignis, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen war. Nicht gerade die Hälfte des späteren Traubenertrags war vorweg schon verloren. Doch es sollten noch weitere Strapazen auf die Winzer zukommen.

Im Laufe des Sommers stellte eine langanhaltende Trockenheitsphase in Verbindung mit einer Rekordhitze die Reben auf die Mutprobe. Drei Hitzewellen in den Monaten Juli und August mit Temperaturen bis 40°C führten zu hohen Sonnenbrandschäden an vielen Trauben. Betroffen waren nahezu alle Sorten und sowohl die exponierten wie auch die durch Blätter geschützten Trauben trockneten zum Teil vollständig ein. Schätzungen zufolge lag die dadurch verursachte Ertragsminderung zwischen 15 und 20 Prozent. Etliche Lagen, die vom Spätfrost mehr oder weniger verschont blieben, wurden zum Leid der Winzer dann ihrerseits stark von Sonnenbrand getroffen.
Trotz allem muss man betonen, dass weder der Spätfrost noch die Sonnenbrandschäden die Qualität der verbleibenden Trauben negativ beeinflusst hatten. Feuchteliebende Pilzkrankheiten konnten sich aufgrund der extrem trockenen Witterung nicht entfalten und keine Schäden anrichten.

Der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung machte sich am 3. Oktober mit Vertretern des Fonds de solidarité viticole, des Weinbauinstitutes, der Domaines Vinsmoselle, des Weinhandels und der Privatwinzer in den Weinbergen des Ahn Palmberg ein Bild von der diesjährigen Weinlese.

Ersten Ergebnissen des Weinbauinstitutes zufolge wird die Erntemenge dieses Jahr bei knapp 70.000 Hektolitern liegen. Dies würde nur leicht mehr als die Hälfte des 10-jährigen Mittelwertes von 120.000 Hektolitern betragen. Redet man mit den Winzern über die Entwicklung der Jungweine im Keller, so berichten diese über fruchtige, frische Weine, also wieder ein typischer Luxemburger Jahrgang. 2019 wird also unterm Strich als sehr klein, aber fein in Erinnerung bleiben. Die erste größere Gelegenheit um den Jahrgang 2019 zu probieren wird der traditionelle „Grevenmacher Waimoart“ nächstes Jahr im April sein.