Feldbegehung zum Versuch 2024 „So geht Mais 2.0 – Herbizidfrei und in Mischkultur“

Auch im Versuchsjahr 2024 organisierten der „Service Eaux“ der Stadt Luxemburg und das Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg (IBLA) eine Feldbegehung auf der landwirtschaftlichen Versuchsparzelle auf dem Plateau zwischen Heisdorf und Bofferdange. Präsentiert wurden die vielversprechenden Ergebnisse des Pilotprojekts zur mechanischen Beikrautregulierung, Mischanbau von Mais und Stangenbohnen sowie den Untersaaten im Mais.

 

Die beiden IBLA-Bodenforscher Tamina Schürmann und Thorsten Ruf, sowie der Landwirtschaftsberater Ben Mangen informierten die Zuhörerschaft über die Hintergründe zum Versuch und dessen aktuellen Stand.

Im Jahr 2024 wurde der Versuch ähnlich wie im Jahr 2023 wiederholt, jedoch mit kleinen Anpassungen aus Erkenntnissen des letztjährigen Versuches. So wurden beispielsweise mehrere Sorten Stangenbohnen ausgesät, um die Abreife im Herbst zu vergleichen. Im Versuchsjahr 2023 reiften die Hülsen der verwendeten Stangenbohnensorte nicht komplett ab. Deutliche Steigerungen des Eiweißgehaltes in der Silage aus dem Mais-Bohnen-Gemenge blieben entsprechend aus. Außerdem wurde die Anzahl an Untersaatmischungen erweitert, um je nach Gräser- und Kleezusammensetzung die Bedeckung des Bodens im Herbst und die Konkurrenz gegenüber dem Mais zu vergleichen.

Ziel des Anbaus des „Mais-Stangenbohnen-Gemenges“ ist es, die Vorteile dieser Mischkultur im Vergleich zum reinen Maisanbau zu untersuchen. Die eiweißreichen Stangenbohnen sind Pflanzen, die im Mischanbau mit Mais sowohl den Ertrag erhöhen als auch die Ernährung von Wiederkäuern verbessern können. Im Vergleich zu Hülsenfrüchten wie den Bohnen ist der Proteingehalt von Mais eher gering. Wenn man sich für einen Gemengeanbau entscheidet, kann man mit Stangenbohnen die für die Entwicklung der Tiere unerlässliche Proteinzufuhr unterstützen. Die Anzahl der Bohnensorten wurde im Versuchsjahr 2024 auf 5 Sorten erweitert, davon zwei Sorten in fertigen Gemengen mit Mais, welche in einer Aussaat ausgebracht wurden und drei Sorten die im Mais nachgesät wurden. So konnten sich die Teilnehmer bei der Feldbegehung ein Bild von den Gemengen und der Entwicklung der verschiedenen Bohnensorten machen. Zur Feldbegehung hatten auch bereits die ersten Pflanzen Hülsen gebildet, wobei die später gesäten Pflanzen erst in der Blüte waren. Nach den gesammelten Erfahrungen der vorjährigen und dem diesjährigen Versuch wurden festgehalten, dass die Aussaat eines fertigen Gemenges von Mais und Bohnen die praktikabelste Lösung ist. Hierbei wird nur eine Überfahrt für die Aussaat benötigt, die Vereinzelung mit der Einzelkornsähmaschine verläuft problemlos und die Bohnen unterdrücken den Mais bei gleichzeitiger Aussaat nicht, wie dies eingangsbefürchtet wurde. Zudem ist die mechanische Beikrautregulierung einfacher durchführbar, da zwischen den Mais-Bohnen-Reihen mit der Hacke gearbeitet werden kann und dort nicht wie bei der Bohnennachsaat Pflanzen stehen die erfasst werden könnten.

Mit Untersaaten wird versucht, den Bodenbedeckungsgrad zu steigern und die Stickstoffauswaschung im Winter zu minimieren. Durch die Untersaat wird die oberste Bodenschicht besser durchwurzelt und belüftet, was die Wasseraufnahmefähigkeit erhöht. Dank der direkt vorhandenen, flächendeckenden Bodenbedeckung der Untersaat nach der Maisernte kann die Wassererosion auf problematischen Flächen minimiert werden, vor allem im Herbst und Winter, wenn mehr Regen fällt. Zudem muss die Fläche mit einer etablierten Untersaat nach der Maisernte nicht mehr befahren und bearbeitet werden, um beispielsweise eine Zwischenfrucht auszusäen. Hierdurch wird die Mineralisierung gehemmt und Verdichtungen vorgebeugt. Auch in diesem Versuchsjahr wurden bei den Untersaaten verschiedene Aussaatzeitpunkte, Arten der Einarbeitung in den Boden und verschiedene Mischungen miteinander verglichen. So konnten an der Feldbegehung bereits erste Rückschlüsse zu den verschiedenen Methoden und Mischungen gezogen werden.

Ein guter Ertrag im Mais fängt bereits bei der Aussaat an, darum wurde auch in diesem Versuchsjahr wieder getestet, welcher Aussaatzeitpunkt den Mais am besten durch den Sommer führt. So wurde auf Teilflächen der Versuchsparzelle bereits Anfang Mai Mais ausgesät, mit dem Gedanken, dass dieser früh etablierte Mais weniger von einer möglichen Frühsommertrockenheit getroffen wird und länger von der Feuchte im Boden profitieren kann. Gleichzeitig war dieser natürlich dem Risiko ausgesetzt, dass dieser wegen zu kalter Witterung nicht gut aufläuft oder nur schleppend wächst. Im Kontrast dazu wurde auf einer anderen Teilfläche der Mais erst Anfang Juni gesät. Zu dieser Zeit waren die Wetterbedingungen bereits besser für einen zügigen Auflauf mit genügend Feuchte im Boden um eventuell den Wachstumsvorsprung des frühen Mais zu kompensieren. Bei der Feldbegehung konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, dass der später gesäte Mais den früh gesäten Mais überwachsen hatte, da dieser durch die optimalen Temperaturbedingungen schnell Auflaufen und durchwachsen konnte. Der früh gesäte Mais hatte nach dem Auflaufen mit den eher kalten Temperaturen zu kämpfen und zeigte dann auch in der Folge trotz geeigneter Bedingungen geringere Wachstumsraten.

Diese Unterschiede in der Jugendentwicklung des Maises spiegelte sich auch in der Beikrautregulierung wider. Der früh gesäte Mais musste insgesamt dreimal gestriegelt und zweimal gehackt werden bis dieser ausreichend konkurrenzstark gegenüber den Beikräutern war. Der spät gesäte Mais musste nur einmal gestriegelt und einmal gehackt werden, da dieser viel schneller in die Höhe wuchs und die Zwischenreihen verschlossen hat.

Die Beikrautregulierung im gesamten Versuch fand rein mechanisch mit Striegel und Scharhacke mit angebauten Fingerhacken statt. So konnte den Interessierten die Ergebnisse des Maschineneinsatzes vorgestellt und Wissenswertes über die verschiedenen Einsatzzeitpunkte und Einstellungen der Maschinen erläutert werden.